Eignungsfeststellung
Die Eignungsfeststellung (auch Eignungsabklärung, früher Berufsfindung genannt) ist eine Maßnahme der beruflichen Rehabilitation, mit der geklärt wird, welches Berufsfeld für eine Person tatsächlich geeignet ist. Sie richtet sich an Menschen mit Behinderung oder von Behinderung bedrohte Personen, die noch keinen realistischen, tragfähigen Berufswunsch für sich gefunden haben.
Kurz gesagt
Bei der Eignungsfeststellung geht es um die Frage „Welcher Beruf passt zu mir?" – geklärt werden Leistungsvermögen, Eignung und Neigung sowie mögliche Auswirkungen einer Behinderung auf die spätere berufliche Tätigkeit.
Ablauf und Ziel
Die Teilnehmenden lernen in der Eignungsfeststellung verschiedene Berufsfelder praktisch kennen und probieren sich dort aus, um auf dieser Grundlage einen realistischen Berufswunsch zu entwickeln. Die Maßnahme dauert in der Regel nicht länger als drei Monate und findet meist in Berufsförderungswerken (BFW) oder Berufsbildungswerken (BBW) statt.
Abgrenzung zur Arbeitserprobung
Die Eignungsfeststellung ist von der Arbeitserprobung zu unterscheiden, die zeitlich danach ansetzt: Während die Eignungsfeststellung noch offen ist, welcher Beruf überhaupt infrage kommt, klärt die Arbeitserprobung nach einer bereits getroffenen Berufswahl noch offene Fragen zu den konkreten Ausbildungs- und Arbeitsplatzanforderungen dieses einen Berufs.
Einordnung im Ausbildungskontext
Der verwandte Begriff Berufseignung bezieht sich immer auf einen oder mehrere konkrete Ausbildungsberufe bzw. ein bestimmtes Berufsfeld, für das die jeweils geforderte berufliche Leistungshöhe geprüft wird – im Unterschied zur allgemeineren Ausbildungsreife, die die grundsätzlichen Mindestvoraussetzungen für den Einstieg in eine berufliche Ausbildung beschreibt, unabhängig vom konkreten Beruf.
Im Rahmen einer BVB wird die Ausbildungsreife bzw. Berufseignung fortlaufend im Blick behalten: Der Maßnahmeträger schätzt im Förderzielbereich „Berufliche Grundfähigkeiten" ein, ob dieses Ziel erreicht wurde oder im weiteren Verlauf noch erreicht werden kann.
Eine strukturierte Eignungsfeststellung gehört auch zum Handwerkszeug, das Ausbilder in der ReZA-Weiterbildung im Modul „Kompetenzfeststellung" vermittelt bekommen – als Gegenstück zur eher stärkenorientierten Potenzialanalyse.
Bezug zur Praxis
- Eine Eignungsfeststellung beantwortet eine engere Frage als eine Potenzialanalyse: nicht „Wo liegen meine Stärken allgemein?", sondern „Passt konkret dieses Berufsfeld zu mir?"
- Gerade bei Menschen mit Behinderung ist die realistische Einschätzung der Berufseignung wichtig, um spätere Ausbildungsabbrüche durch eine ungeeignete Berufswahl zu vermeiden.
Quellen:
- betanet.de – Eignungsabklärung (früher Berufsfindung) und Arbeitserprobung
- Bundesagentur für Arbeit – Fachkonzept Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen BvB 1 bis 3, Stand April 2022 (Kriterienkatalog Ausbildungsreife/Berufseignung)