Walderdbeere: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 8. September 2026, 14:22 Uhr

Kurzprofil
Botanischer Name: Fragaria vesca
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Typ: Mehrjährige, krautige Staude
Herkunft: Europa, Asien, Nord- und Südamerika
Allgemeines
Die Walderdbeere ist die Wildform unserer heutigen Kulturerdbeere und eine der ältesten Kulturpflanzen Europas. Sie wächst natürlich an Waldrändern, Lichtungen, Böschungen und Wiesen. Ihr intensives, süßes Aroma übertrifft das jeder Zuchtsorte bei weitem.
Steckbrief
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Wuchshöhe | 10–30 cm |
| Wuchsbreite | 20–40 cm (je nach Ausläuferbildung) |
| Wuchsform | Horstig, bildet Ausläufer (Stolonen) |
| Blätter | Dreiteilig, gezähnt, behaart, hellgrün |
| Blüten | Weiß, 5-blättrig, Ø 1–2 cm |
| Früchte | Kleine rote Scheinfrüchte, Ø 1–2 cm |
| Blütezeit | April – Juli (je nach Standort) |
| Erntezeit | Juni – September |
| Lebensdauer | Mehrjährig, winterhart |
Standort & Bodenansprüche
Standortempfehlung
Halbschatten ist ideal – die Pflanze toleriert aber auch vollsonnige Lagen, wenn ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist.
| Merkmal | Anforderung |
|---|---|
| Licht | Halbschatten bis vollsonnig |
| Boden | Humos, leicht feucht, durchlässig |
| Bodenart | humos, lehmig |
| pH-Wert | schwach sauer (5,5–6,5) |
| Nährstoffbedarf | Gering bis mittel |
| Balkontauglich | Ja – sehr gut geeignet |
Pflege
| Maßnahme | Details |
|---|---|
| Gießen | Regelmäßig, nicht staunass |
| Düngen | Sparsam, 1–2x pro Saison (Kompost oder organischer Dünger) |
| Rückschnitt | Nach der Ernte altes Laub entfernen |
| Ausläufer | Können zur Vermehrung genutzt oder entfernt werden |
| Überwinterung | Winterhart bis ca. −20 °C, kein Schutz notwendig |
| Umtopfen | Alle 2–3 Jahre empfehlenswert |
Verbreitung
- Herkunft/natürliches Verbreitungsgebiet: Europa, Asien, Nord- und Südamerika
- In Deutschland: heimisch
- Vorkommen: Wälder, Waldränder, Lichtungen, Böschungen, Wiesen
Vermehrung
- Aussaat: März–April (Lichtkeimer, Stratifikation empfohlen)
- Stecklinge: nicht üblich
- Teilung: März–April oder September
- Veredelung: nicht üblich
- Ableger/Ausläufer: Ausläufer (Stolonen) – einfachste Methode; Tochterpflanzen abschneiden und einpflanzen
Verwendung
Verwendungsmöglichkeiten
- Küche: Frisch genießen, Marmelade, Desserts, Liköre
- Balkon & Garten: Bodendecker, Einfassung, Kübel
- Heilkunde: Blätter und Früchte volksmedizinisch genutzt (Tee, entzündungshemmend)
- Ökologie: Wichtige Nahrungsquelle für Insekten und Vögel
Besonderheiten & Wissenswertes
- Das Aroma ist deutlich intensiver als bei Kultursorten, da die Früchte kleiner und die Aromastoffe konzentrierter sind.
- Die Pflanze ist nicht identisch mit der Gartenerdbeere (Fragaria × ananassa), die durch Kreuzung entstanden ist.
- Walderdbeeren pflanzen sich durch Ausläufer selbstständig aus und können bei günstigen Bedingungen ganze Flächen begrünen.
- Besonders attraktiv für Bestäuber: Bienen und Schwebfliegen schätzen die offenen Blüten.
Quellen & weiterführende Links
- Pflanzenkunde Grundlagen
- Hive.Blog-Artikel: Zwei Walderdbeeren ziehen auf den Balkon
Erstellt von Frank Herberg | 28.03.2026